Die meistgeliebten Gottesverehrer

Ein paar wunderschöne Worte aus der Bhagavadgita, die ich hier gerne weitergeben möchte.

Krishna erklärt Arjuna, dass er in allem, auch in jeder Handlung ist, dass er die Handlungen selbst ist und dass er niemanden vor dem anderen bevorzugt, den Gottabgewandten genauso liebt wie den Gottesverehrer.
Der folgende Auszug aus der Bhagavadgita ist ein kleiner Teil des Ganzen. Arjuna hat danach gefragt, wie er zu Gott kommen könnte, und Krishna gibt ihm Beispiele – wie folgt:

Aus der Bhagavadgita zitiert:

„Arjuna, ich werde jetzt die Kennzeichen der Gottesverehrer aufzählen, die ich am herzlichsten liebe. Ich liebe denjenigen, der keine Feindschaft gegen irgendein Lebewesen hegt, der Hass mit Liebe vergilt, der allen gegenüber freundlich und mitfühlend ist. Ich liebe den Gottesverehrer, der über „ich“ und „mein“ hinaus ist, nicht beunruhigt durch Schmerz und nicht hoch gestimmt durch Freude; der einen festen Glauben hat, versöhnlich ist, immer zufrieden und immer über mich meditierend.

Ich liebe den friedlichen Gottesverehrer, der weder die Welt in Unruhe versetzt noch sich von der Welt beunruhigen lässt. Ich liebe jene, die frei von Furcht, Neid und anderen Störungen sind, welche die Welt hervorbringt; die die Schläge des Lebens als verkappten Segen hinnehmen.

Ich liebe jene, die ihre weltlichen Pflichten erfüllen und sich dabei von den Lebensumständen nicht bekümmern und irritieren lassen. Ich liebe jene, die absolut nichts erwarten. Jene, die sowohl innerlich als auch äußerlich rein sind, sind mir gleichfalls sehr lieb. Ich liebe die Gottesverehrer, die bereit sind, mein Werkzeug zu sein, allen Forderungen nachkommen, die ich an sie stelle und doch nichts von mir erbitten.

Ich liebe jene, die nicht frohlocken oder Abscheu empfinden, die sich nicht grämen, sich nicht nach Besitztümern sehnen, sich nicht vom Schlechten oder Guten, das ihnen widerfährt und rings um sie geschieht, beeinflussen lassen und außerdem voller Hingabe mir zugewandt sind. Sie sind mir lieb, weil sie im Selbst (Atman) ruhen und nicht im Tumult der Welt.

Ich liebe Gottesverehrer, deren Einstellung gegenüber Freund und Feind die gleiche ist, denen Ehre oder Schande, Hitze oder Kälte, Lob oder Kritik gleichgültig sind – die nicht bloß ihre Zunge im Zaum halten, sondern die auch innerlich still sind. Sehr lieb sind mir auch jene, die mit allem zufrieden und nicht an die Dinge der Welt, nicht einmal an ein Zuhause, gebunden sind. Ich liebe jene, denen es im Leben einzig und allein darum geht, mich zu lieben. Wirklich, diese und all die anderen, die ich erwähnte, sind mir sehr, sehr lieb.

Sieh mich als dein höchstes Ziel an. Lebe dein Leben in Übereinstimmung mit der unsterblichen Weisheit, in der ich dich hier unterwiesen habe, und setze diese Weisheit mit großem Glauben und hingebungsvollem Eifer in die Tat um. Ergib dich mir mit deinem ganzen Herzen und Sinn. Dann werde ich dich innig lieben, und du wirst über den Tod hinaus zur Unsterblichkeit gelangen.“
(Auszug aus der Bhagavadgita-mit freundlicher Genehmigung vom Goldmann Verlag)

Und hier nun das Buch:

BHAGAVADGITA
Der Gesang Gottes
Eine zeitgemäße Version für westliche Leser

Die »Bibel des Ostens« in einer leicht zugänglichen Prosaversion. Die Bhagavadgita gilt als das grundlegende mystisch-spirituelle Werk der Inder. Entstanden vor Tausenden von Jahren, diskutiert und kommentiert die Gita grundlegende Seinsfragen wie Liebe, Freundschaft, Tod, Sinn und Ziel des Lebens und den Zyklus der Wiedergeburten. Jack Hawley ist es gelungen, das grandiose Poem in eine wunderschöne, für den modernen westlichen Leser adäquate Prosafassung zu übertragen.

Kurzvita
Jack Hawley, Ph.D. studierte angewandte Psychologie, Soziologie und Anthropologie. Zehn Jahre lang war er in der HighTech-Industrie und Dienstleistungsindustrie tätig, ehe ihn die Suche nach individueller Wandlung nach Indien führte, wo er bei dem spirituellen Lehrer Sai Baba studierte. Aus der einmonatigen Reise wurde eine tiefe und dauerhafte Beziehung zur östlichen Weisheit. Hawley lehrte an zahlreichen Universitäten in den Vereinigten Staaten sowie am Sri Sathya Sai Institute of Higher Learning in Indien. Sein Ziel, das er auch als Schriftsteller verfolgt, ist es, Ideen zu verbreiten, die die Evolution der Menschheit voranbringen.

Jack Hawley (Hrsg.)
Bhagavadgita
Der Gesang Gottes
Eine zeitgemäße Version für westliche Leser
Originaltitel: The Bhagavad Gita
Originalverlag: New World Library
Aus dem Amerikanischen von Peter Kobbe
Deutsche Erstausgabe
Taschenbuch, Broschur, 256 Seiten, 12,5 x 18,3 cm
ISBN: 978-3-442-21607-9
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Goldmann
Erscheinungstermin: 1. Oktober 2002

Unser Fazit:
Wir empfehlen diese wunderschöne und einfühlsame „Geschichte“, die Bibel des Ostens!
Ein sehr tiefgehendes und doch einfühlsames Buch, das sich für jeden Sinnsuchenden lohnt, um sich damit zu befassen.
Es beschreibt den inneren Weg, den jeder Mensch gehen sollte auf der Suche nach sich Selbt und zugleich zum Schöpfer von Allem, was ist. (Petra Meier)

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