Wenn die Seele singt und der Kosmos antwortet

Dieser Artikel erschien erstmals im „Matrix3000-Magazin“, Band 106, Juli 2018, unter der Überschrift „Musik der Seele – Musik des Kosmos“ von Melanie Meier

Als sich Joseph M. Clearwater an einem sonnigen Maitag im Jahr 1991 daranmachte, die Atmosphäre im Raum musikalisch umzusetzen, ahnte er nicht, was gleich geschehen würde. Nicht zum ersten Mal untermalte er spirituelle Themen, die von den Seminarleitern vorgegeben wurden, mit seinen Klängen. Doch bis zu jenem Tag, an dem er dieser besonderen Frau begegnete, war ihm nicht gänzlich bewusst, was bloße Musik in einem Menschen auslösen kann.

Joseph spielte vielleicht seit fünfzehn Minuten, ging völlig in dem freien Spiel auf, ließ die Schwingung durch sich fließen und übersetzte sie in harmonische Klänge, als jäh eine Frau von ihrem Stuhl sprang. Ohne mit dem Spielen aufzuhören, blickte Joseph auf. Er sah die Frau weinen, sah ihre geballten Fäuste und die zusammengepressten Lippen, während sie zu Boden sank, als besäße sie keine Kraft mehr, aber er spielte weiter. Joseph spielte weiter, weil er gar nicht anders konnte; die Musik trieb ihn an, hieß ihn weitermachen. Die Frau lag währenddessen auf dem Boden und schluchzte, rollte sich zusammen, klammerte ihre Fäuste in ihr Hemd.

Als der letzte Ton schließlich verklang, der Zauber der Musik gebrochen war und Joseph M. Clearwater zu der Frau eilen wollte, erhob diese sich und lächelte ihm zu. Sie sah erschöpft aus, ihr Gesicht war rot gefleckt und feucht, sie zitterte leicht, trotzdem lächelte sie.

„Das war das Schönste, was mir je passiert ist“, sagte sie in die entstandene Stille hinein. Über dreißig Augenpaare waren auf sie gerichtet, doch sie sah nur Joseph an, als sei sie mit ihm allein. „Ich wollte das Seminar gar nicht besuchen, ich bin zufrieden mit meinem Leben und mir. Aber diese Musik … Zum ersten Mal habe ich mich wirklich selbst gespürt. Ich war ganz allein und wusste es nicht einmal. Es war, als würde die Musik etwas in mir auffüllen, als würde meine Seele singen und als würde der ganze Kosmos antworten. Es war ergreifend!“

Derartige Vorkommnisse mehrten sich, und nicht nur Joseph stellte sich die Frage: Was ist es, das in der Musik liegt und in einem Menschen so eine Reaktion hervorrufen kann?

In wissenschaftlichen Studien wird dieses Phänomen längst untersucht. Gemessen werden neuronale Vorgänge, und man weiß inzwischen, dass Musik jede Menge Glückshormone freisetzen kann. Dem Ursprung dieser Vorgänge ist man allerdings nicht nähergekommen. Man kennt das Wie, doch das Weshalb ist nach wie vor offen.

In vielen überlieferten religiösen Texten liest man, alles sei Schwingung, Materie sei nichts anderes als sich unendlich verändernde Energie, die in unterschiedlichen Frequenzen schwingt. In der Bibel heißt es, am Anfang sei das Wort, und was ist ein Wort anderes als eine Aneinanderreihung von Tönen, die freigesetzt werden? Hermes Trismegistos, bekannt als Begründer aller Wissenschaften und Künste (ltd. Herder Lexikon 1956) und bei den Griechen als Hermes der Götterbote, hebt die Bedeutung des Klangs, des Gesangs an verschiedenen Stellen hervor. So finden wir in seinem „Geheimen Lobgesang“ die Sätze: „Jedes Wesen im Weltall soll lauschen, den Lobgesang hören“, „Nicht regen sollen sich die Bäume! Lobsingen will ich dem Herrn, der Schöpfung, dem All und Einen“, „Ihr Himmelskräfte in mir, lobsingt dem Ein und All“. Und nicht zuletzt J.R.R. Tolkien beschrieb in seinem Werk „Das Silmarillion“, wie Gott die Schöpfung erschuf mit einem großen Gesang.

Nach aktuellem physikalischem Wissen scheinen sich diese Aussagen zu bestätigen. Die technologischen Gerätschaften erlauben uns einen gewissen Blick in den Mikrokosmos der Materie, auf die sog. Quantenebene, und dort ruht nichts, ist alles in Bewegung, schwingt alles. Beschäftigt man sich mit dem sog. Urknall, stößt man unweigerlich auf das „Hintergrundrauschen“, das ein Überbleibsel des Moments sein soll, als das Universum geboren wurde. Die alten Röhrenbildfernseher und Radios lassen es uns sogar hören und sehen, denn das Hintergrundrauschen ist mitverantwortlich für den Schnee am Fernseher und für das Rauschen aus dem Radio.

Wenn nun die Schwingung das Fundament von irdischem Leben ist, wenn alle Materie im Kern in Bewegung, alles Lebendige nichts anderes als Schwingung in verschiedenen Frequenzen ist, ja wenn sogar unsere Gedanken und die feinstofflichen Körper auf Schwingung basieren – nimmt es noch Wunder, dass Musik uns derart berühren kann, dass sie unsere Seele zum Singen bringt und der Kosmos darauf antwortet?

Mithilfe von Musik kann man einen Menschen in den lichtgefluteten Himmel blicken lassen – und man kann ihn hinab in die dunkelsten Tiefen schicken. Das erkannte man offenbar auch 1939 während eines Kongresses in London, bei dem ein für alle Mal die 440 Hertz-Stimmung als Kammerton festgelegt wurde.
Wir erinnern uns: Alles, von der dichtesten Materie bis hinein in die feinstofflichen Bereiche, ist Schwingung in verschiedenen Frequenzen. Diese Schwingung bestimmt die Form der Materie, die Beschaffenheit unserer Gedanken und Gefühle und die Harmonie und Balance unseres ganzen Wesens. Ein Missklang kann dieses Gleichgewicht empfindlich stören, so wie ein falscher Ton eine ganze Melodie ruinieren kann.
Nun weisen großangelegte Studien darauf hin, dass die 440 Hertz-Stimmung alles andere als zuträglich für den Menschen ist. Sie kann Nervosität, Disharmonie in den Gefühlen und allgemein eine gereizte Stimmung hervorrufen. 432 Hertz hingegen scheinen das Gegenteil zu bewirken, sie beruhigen, vervollständigen und stimmen friedlich.

Joseph M. Clearwater kann das bestätigen. Die Hörer seiner Musik bekräftigen die förderliche Wirksamkeit der 432 Hertz-Frequenz, die offensichtlich über alle Ebenen hinweg das gefrorene Meer zu schmelzen vermag, das in uns Menschen im Laufe des Lebens erstarrt ist und den Zugang zu höheren, lichteren Bereichen verhindert oder erschwert.

„Ganz unabhängig davon, ob jemand dafür offen ist“, sagt Joseph, „die Musik wirkt. Sie wirkt immer. Niemand kann seine Ohren verschließen, und genauso wenig kann man sich dem Einfluss von Musik entziehen. Sobald Töne den Menschen erreichen, selbst wenn er sie nicht hören kann, entfalten sie die ganze Bandbreite ihrer Kraft. Sie bringen die Zellen im Körper zum Schwingen, ordnen die Gedankenstrukturen und üben einen unmittelbaren Einfluss auf die Gefühle und Emotionen aus. Musik ist die Sprache der Seele, denn was man mit Worten nicht erklären kann, drückt die Musik in ihrer Reinheit und Klarheit aus, und wohin Wörter und Bilder niemals vordringen, dorthin scheint die Musik so sachte, weich und zart wie ein Sonnenstrahl nach tiefster Nacht.“

Sich dieses Umstandes bewusst, sagte seine Frau Petra eines Tages zu ihm: „Jeder sollte Zugang zu deiner Musik bekommen. Sie darf nicht nur den Wenigen vorbehalten bleiben, die die Seminare besuchen können, auf denen du spielst.“

In jenem Moment hatten sie den visionären Gedanken, einen Webshop zu eröffnen, in dem Josephs Musiken im mp3-Format heruntergeladen und CDs on Demand bestellt werden können: die Geburtsstunde des Familienunternehmens Musik-Apotheke.com.

Josephs klassische Meditationsmusik entspringt seinem Innersten, er stellt höchste Anforderungen an sich und seine Kompositionen und behält immer das Ziel im Auge: den Menschen.

Im Vordergrund steht der Mensch mit seinen vielfältigen Bedürfnissen, seiner Individualität und seinem Wesenskern. Die Musik ist darauf ausgerichtet, den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit zu umfangen, sie schüttet sich ihm aus und fordert nie etwas zurück.

Dabei wird kein Aspekt vergessen. Körper, Geist und Seele – Verstand, Herz und Bewusstsein – die heilige Trinität macht den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit aus und verbindet ihn mit dem Kosmos.

Joseph M. Clearwater ist von der Musik der Wiener Klassik geprägt, was man seinen Kompositionen anhört. Orchestrale Musik liegt ihm im Blut, er denkt in großen Dimensionen und strebt stets nach den höchsten Idealen. Seine Kompositionen schöpfen aus den Tiefen des irdischen Daseins, berühren seelische Wunden ebenso wie körperliche und gedankliche, streicheln sie wie ein zarter Windhauch und lassen die Wolkendecke aufreißen, damit heilsame Sonnenstrahlen darauf scheinen können.

Die klassische Meditationsmusik, die er nun seit über 30 Jahren macht, ist deshalb so wirksam, weil sie inmitten einer hektischen Welt, die von Umbrüchen und Unsicherheiten heimgesucht wird, im Hörer ein Zentrum der Ruhe, Ausgeglichenheit und Obhut schafft. Wer in sich ruht, schreckt vor keinen Veränderungen zurück; er heißt sie willkommen und durchschreitet sie sicheren Fußes. Josephs Musik ist Hilfe zur Selbsthilfe, und wahrscheinlich wird er erst aufhören zu komponieren, wenn es keine Menschen mehr gibt, die diese Hilfe benötigen.

Die Frau, die 1991 all diese Prozesse in Gang gesetzt hat, arbeitet heute in einem spirituellen, ganzheitlichen Sinn mit Menschen. Ihr Leben hat sich von Grund auf gewandelt, sie ist glücklich verheiratet und hat zwei wunderbare Kinder. All dies hat sicherlich nicht die Musik für sie getan – sie hat es aus eigener Kraft geschafft. Sie hat es geschafft, weil ihr zum damaligen Zeitpunkt, als die Klänge sie umspielten und ihre Seele zum Singen brachten, der Kosmos antwortete und aufzeigte, wer sie wirklich ist und wo ihre Kraft verborgen liegt.

Fortsetzung folgt

Autor: Melanie Meier

Melanie Meier ist die Tochter von Petra Meier und Joseph M. Clearwater. Sie hat die Fachoberschule für Gestaltung besucht, ist ausgebildete Buchhändlerin und arbeitet heute als Schriftstellerin, schreibt mystische Fantasyromane, die mit dem Qindie-Siegel ausgezeichnet sind, und als freie Texterin und Grafikerin. Weitere Infos unter www.Melanie-Meier.de und www.Textakrobat.in

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